Kleine Helden in Not     Hand der Selbstbehauptung     Kampfesspiele

Kleine Helden in Not

Jungs sind oft laut und verletzen Grenzen. Fast ebenso häufig sind sie Opfer von Grenzverletzungen und Gewalt. Manche Jungs kennen beide Rollen: Sie wissen, wie es ist, auszuteilen und einzustecken, wissen wie es ist, Opfer und Täter zu sein.

Hinter jeder Grenzverletzung gibt es eine komplexe Geschichte, stehen Jungs mit ihren Stärken und Schwächen. Jungs, die mit familiären und gesellschaftlichen Einflüssen und Belastungen umzugehen versuchen. Jungs, die geprägt sind von ihrer Kultur und ihrer Suche nach Männlichkeit.

Männliche Opfer und Täter haben eines gemeinsam: Sie sind unsicher und verfügen über wenig Selbstwertgefühl. Sie haben Mühe, sich zu spüren sowie eigene und fremde Grenzen wahrzunehmen. Und sie haben Angst, als unmännlich zu gelten.

Respect! geht von den Ressourcen der Jungs aus, versucht Wünsche und Sehnsüchte hinter schwierigem Verhalten zu sehen: Etwa den Wunsch nach echter Stärke und fairem Kräftemessen. Die Suche nach einer lebbaren Männlichkeit. Den Wunsch nach Selbstsicherheit. Das Bedürfnis nach Eigenständigkeit. Die Sehnsucht nach Gemeinsamkeit und Austausch unter Jungs.

Im Konzept von Respect! fliessen verschiedene Ansätze ein, insbesondere jene von Wendo und den Kampfesspielen nach Josef Riederle, aber auch unsere Erfahrungen in der geschlechtsspezifischen Pädagogik mit Buben sowie aus unserer therapeutischen, sozialpädagogischen und soziokulturellen Arbeit mit Jungs und ihren Familien.

Respect!-Kurse sind spielerisch aufgebaut. Bewegung und das Erleben stehen im Zentrum. Daneben schaffen wir immer wieder Raum, in dem Erfahrenes und Gelerntes besprochen und reflektiert werden können. Wir arbeiten mit Wahrnehmungs-, Körper- und Sprachübungen und setzen Bewegungs- und Rollenspiele ein. Besondere Bedeutung kommt in unseren Kursen den Kampfesspielen nach Josef Riederle zu, einer Integration von Kampf, Ritual und Spiel. In den Kampfesspielen wird ein kraftvoller, dynamischer Körperkontakt unter den Jungs genutzt, um sich in ritualisierten Kampfsituationen mit Themen wie Respekt, Achtung und Fairness auseinander zu setzen.